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Ätherische Öle - Etiketten richtig deuten

Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual. Das gilt auch bei dem Kauf von ätherischen Ölen. Und nicht selten trifft man ungewollt die falsche Wahl. Denn ganz so einfach ist es mitunter nicht, dass therapeutisch nutzbare Öl zu kaufen.

Ich möchte mit diesem Beitrag für keine bestimmte Marke Werbung machen, sondern lediglich erklären, was ihr bei dem Kauf beachten solltet. Dafür schaut euch das Etikett auf der Flasche ganz genau an! Die Flasche sollte übrigens aus Glas sein und farbig, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Es gibt verschiedene Deklarationsmöglichkeiten für die Hersteller der Öle. Diese können als

  • Bedarfsmittel
  • Kosmetikum oder
  • Lebensmittel

gekennzeichnet werden. Je nachdem, was der Hersteller angibt, variieren die notwendigen weiteren Angaben, die auf dem Etikett gemacht werden müssen. 

Ihr stellt vielleicht jetzt schon fest, dass es nicht immer so leicht ist, sich für das richtige Produkt zu entscheiden …. Daher versuche ich etwas Licht ins Dunkle zu bringen: 

Überprüft als erstes, wie das Öl beschrieben wird: Um therapeutisch verwendbare Öle zu kaufen muss der Inhalt mit der Beschreibung 100% naturreines ätherisches Ö oder auch 100% natürliches Öl angegeben werden.

Lasst die Finger von Ölen mit dem Hinweisen naturidentisch, veredelt, Parfümöl, 100%ige Essenz oder gar synthetisch steht. Diese Öle könnt ihr zu therapeutischen Zwecken nicht gebrauchen. Selbst „natürliches oder naturreines Öl“ auf dem Etikett sollte Misstrauen wecken und bedarf einer ganz genauen Prüfung. Denn das darf dort stehen, sobald auch nur ein bestimmter Teil naturreinen Öls enthalten ist.

Auf dem ersten Blick erscheinen die Öle, die gleich mit mehreren Warnhinweisen gekennzeichnet sind, ziemlich abschreckend. Wer mag schon gerne Öle anwenden, die laut Etikett schädlich für die Umwelt und gefährlich für die Atemwege sind?

Aber um auf dem deutschen Markt gehandelt werden zu können, müssen die Hersteller u.a. die Sicherheitshinweise vermerken und das kann sowohl in Textform als auch mit den Symbolen erfolgen. Die Symbole stellen also keinen Qualitätsmangel dar!

Auf folgende weitere Angaben auf dem Etikett Flasche solltet ihr achten – egal, ob es sich um ein Kosmetikum oder Bedarfsmittel handelt (die Angaben für ein Lebensmittel sind etwas „abgespeckter“ s.u.)



  1. Deutscher Name des Öls
  2. Lateinischer bzw. botanischer Name des Öls und ggf. der Chemotyp
  3. 100 % natürliches bzw. naturreines Öl
  4. Angabe des Pflanzenteils, aus dem das Öl gewonnen wurde
  5. Herstellungsverfahren (Destillation, Kaltpressung, Extraktion etc.); dazu Angaben über das evtl. Lösungsmittel
  6. Ursprungsland (hier können die Öle durchaus unterschiedlich sein)
  7. genaue Füllmenge
  8. Rückstandskontrolliert (rück.) – (bei der Extraktion kommen Lösungsmittel zum Einsatz – das bedeutet keine Qualitätsminderung!)
  9. Zusatz und Mischungsverhältnis in Prozent (einige ätherischen Öle sind unverdünnt kaum bezahlbar, daher werden sie als Mischung angeboten, zudem werden zähflüssige Öle ggf. ebenfalls verdünnt, um sie anwendungsfreundlicher zu machen (z. B. Benzoe oder Vanille).).
  10. Chargen- bzw. Kontrollnummer zur Identifikation der Abfüllung
  11. Sicherheitshinweise (Gefahrstoffverordnung lt. EU-Kennzeichnungsrichtlinien nach R 65: gilt für alle Öle, die mehr als 10 % Kohlenwasserstoff enthalten)

 Nützlich, aber nicht zwingend notwendig sind die Angaben

     I. Verwendungsdauer nach dem Öffnen (Variiert von Öl zu Öl extrem)

   II.  Name und Ort des verantwortlichen Herstellers

  III.  Dosierung und empfohlene Verwendung (z.B. Massage, Raumbeduftung usw.)

   IV.  Art des Anbaus, also konventionell (oft Pestizidrückstände!), kontrolliert-biologisch (kbA), Demeter-zertifizierte Bioqualität (Demeter), Wildsammlung (Ws) oder auch als Zusatz „fair gehandelte Produkte“

Als Lebensmittel deklarierte Öle müssen folgende Angaben aufweisen

  • Sicherheitshinweis
  • Chargennummer
  • Mindesthaltbarkeitsdatum
  • Liste der Bestandteile
  • Kontrollstellennummer
  • Verwendungszweck z.B. Würzessenz
  • Füllmenge

 

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